WASSER UND HYGIENE - IM EINSATZ FÜR SAUBERES WASSER

Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) hat weltweit einen Schwerpunkt auf Versorgung mit sauberem Wasser, Verbesserung sanitärer Anlagen und Förderung von Hygienemaßnahmen (WASH), so auch seit vielen Jahren in konfliktbelasteten Ländern des Nahen Ostens und in Afrika.


Wasser als Grundlage für Rückkehr und Stabilität in Al-Fijeh

Im Oktober 2025 besuchten Kolleg:innen des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) gemeinsam mit dem Syrisch-Arabischen Roten Halbmond (SARC) ein bereits 2021 abgeschlossenes Wasserprojekt in Al-Fijeh, im Umland von Damaskus. Das Projekt wurde vom Landesverband Salzburg finanziert und richtete sich an rund 30.000 Menschen in Al-Fijeh und Ayn al-Khadra.

Al-Fijeh liegt im Wadi Barada, etwa 25 Kilometer nordwestlich von Damaskus. Während des langjährigen Konflikts wurde die Infrastruktur in der Region weitgehend zerstört, viele Bewohnerinnen und Bewohner flohen. Zu Projektbeginn war Al-Fijeh nahezu unbewohnt, weshalb das Projekt zunächst vor allem die umliegenden Gemeinden unterstützte, indem ein Teil des Wasserwerkes wieder in funktionsfähigen Zustand versetzt wurde. Heute kehren zunehmend Menschen zurück – eine Entwicklung, die noch immer stark von einer funktionierenden Wasserversorgung abhängt.

Das Wasserwerk in Al-Fijeh ist von zentraler Bedeutung, denn es versorgt inzwischen nicht nur Menschen in Al-Fijeh, sondern auch Damaskus: rund 65 Prozent des Trinkwassers der Hauptstadt stammen aus dieser Quelle. Im Rahmen des Projekts wurden wesentliche Teile der Wasserinfrastruktur rehabilitiert, darunter Pumpen, Speicherbecken, Rohrleitungen, Steuerungssysteme und Gebäude der Pumpstationen.

Beim jüngsten Besuch bestätigte sich, dass die Anlagen weiterhin funktionsfähig sind.

Gleichzeitig bleibt die Situation angespannt: Dürre, ein trockener Sommer 2025 und niedrige Grundwasserstände gefährden die Versorgung. Verschmutzte Aquifere und eine instabile Stromversorgung stellen zusätzliche Risiken dar.

Der Unterstützungsbedarf bleibt hoch – insbesondere für die dringend notwendige Rehabilitierung weiterer Reservoirs und Abwasseranlagen. Das ÖRK bleibt daher im engen Austausch mit den lokalen Partnern, um die Wasserversorgung und damit die Lebensgrundlagen der Bevölkerung nachhaltig zu sichern.


Ostafrika: Regionale Katastrophen-Vorsorge über Grenzen hinweg stärken

Überschwemmungen, Dürren, Epidemien und bewaffnete Konflikte betreffen viele Länder Ostafrikas gleichzeitig – besonders im Einzugsgebiet des Nils. Wasser kennt keine Grenzen, doch humanitäre Hilfe ist oft national organisiert. Genau hier setzt das regionale grenzüberschreitende Wasser- und Hygiene Programm des ÖRK an.

Gemeinsam mit zwölf Rotkreuzgesellschaften – von Sudan, Süd-Sudan, Äthiopien, Kenya bis Ruanda, Tansania und Demokratische Republik Kongo – stärkt das ÖRK seit 2025 die regionale Vorsorge und Einsatzfähigkeit im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene. Ziel ist es, die betroffenen Gesellschaften in die Lage zu versetzen, bei Notlagen schneller, koordinierter und nachhaltiger zu reagieren – auch über Landesgrenzen hinweg.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf gemeinsamen Trainings und regionalen Einsatzmechanismen: Fachkräfte aus verschiedenen Ländern werden auf Notfalleinsätze vorbereitet – von der mobilen Wasseraufbereitung über die Reparatur beschädigter Brunnen bis zur Einrichtung temporärer Sanitäranlagen in Flut- oder Konfliktgebieten. Gleichzeitig werden regionale Einsatzmechanismen aufgebaut, sodass geschulte Teams und vorpositionierte Ausrüstung bei großen Katastrophen rasch grenzüberschreitend mobilisiert werden können. Dadurch verkürzen sich Reaktionszeiten, nationale Gesellschaften gewinnen technische Expertise, und externe Unterstützung von außerhalb der Region wird reduziert.

Schutz, Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion sind dabei integraler Bestandteil aller Maßnahmen. In Trainings wird vermittelt, wie sichere und geschlechtergetrennte Sanitäranlagen geplant werden, wie Hygieneaufklärung Menschen mit Behinderungen erreicht oder wie Gemeinden systematisch in Entscheidungen eingebunden werden. Frauen werden gezielt als Teamleiterinnen und Trainerinnen qualifiziert und übernehmen Führungsverantwortung bei Einsätzen und Ausbildungsmaßnahmen.

Das regionale Programm zeigt: Krisenvorsorge wirkt am besten gemeinsam. Durch Kooperation, geteiltes Wissen und nachhaltige Strukturen kann humanitäre Hilfe im Nilbecken schneller, gerechter und zukunftsfähiger werden.

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